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Forum von www.energie-bewusstsein.de / Meine E-Mails, Umfragen und Aktionen / Weshalb es nur so wenige LEDs in Fahrzeugen gibt
Autor Mitteilung
andreasm
Admin
# Gesendet: 5 Jun 2006 11:51
Antwort 


Ich wunderte mich, weshalb es immer noch nur wenige Fahrzeuge mit LEDs als Ersatz für die herkömmlichen Glühlampen gibt.
Insbesondere bei monochromatischen Farben für Bremslicht oder Blinker wären LEDs doch ideal.

Ich wandte mich mit dieser Frage an die Firma Osram.


Es gibt aus unserem Hause ein Vielzahl von LEDs, die heutzutage schon im großen Umfang in Kraftfahrzeugen, speziell im Innenbereich eingesetzt werden. Im Bereich der Fahrzeuginnenbeleuchtung sind wir Marktführer mit unseren Produkten.
Diese können wie auf den Homepage unserer Tochter OSRAM Opto Semiconductors GmbH (mit Sitz in Regensburg) finden.
www.osram-os.com

Im Signallichtbereich werden auch schon LEDs verwendet (z.B. BMW 7er, BMW 6er, verschiedene Modelle/Ausstattungsvarianten bei DC, VW Golf Plus, Passat, EOS usw.), doch handelt es sich bislang meist um Hybrid-Systeme, also um eine Kombination von Glühlampen und LEDs.

Problemlos können LEDs jedoch die Glühlampen nicht ersetzen.
So benötigen LEDs zur Ansteuerung Elektroniken. Diese müssen regelnd wirken, um Effekte wie z.B. die Degradation bei hohen Betriebstemperaturen auszugleichen. Das ist aber nur ein kleiner Teil dessen, was die Elektroniken zu leisten haben.
Insgesamt ist der Aufwand für den Einsatz von LEDs im Fahrzeug recht hoch und muss oftmals aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt werden.

Unsere Firma treibt derzeit ein neues System (mit Namen "JOULE") voran, das in Zukunft quasi wie eine austauschbare Lichtquelle verwendet werden kann.

Es wird jedoch nicht möglich sein, in bestehenden Heckleuchten Glühlampen durch JOULE-Systeme zu ersetzen.
Dies erlaubt unsere Gesetzgebung nicht. Die Sicherheit im Strassenverkehr hat hier Vorrang und muss sie auch haben!
Es ist aber zu erwarten, dass verschiedene Hersteller von Heckleuchten passende Leuchten (mit JOULE-Systemen) für im Markt befindliche Fahrzeuge zur Nachrüstung anbieten werden. Diese verfügen dann üblicherweise über die entsprechende Zulassung für die Verwendung in Fahrzeugen.
In den USA wird unser JOULE System bereits in Serie eingestzt (Mercury Mountaineer MY2006). In Europa ist es eine Frage der Zeit, wann diese Systeme erstmals in Fahrzeugen eingebaut werden.
Die Normungslandschaft in Europa ist recht komplex und erfordert sehr viel Zeit, um völlig neue Produkte als austauschbare Lichtquellen in den Markt zu bringen.


Vielen Dank an dieser Stelle an die Firma Osram für die Informationen!

Major Koenig
Mitglied
# Gesendet: 13 Jun 2006 23:50 | Bearbeitet von: Major Koenig
Antwort 


Ja, finde es auch bescheiden, dass es immer noch soviele Autos mit Glühlampen anstatt LEDs gibt. Was das mit der Elektronik auf sich haben soll verstehe ich nicht so ganz. Ich habe in meinen 11 Jahre alten Corsa den Innenraum komplett auf LEDs umgelötet, also Schalter, Innenraumleuchte, Beleuchtung, Computer und Tachobeleuchtung. Das geht auch ohne spezieller Elektronik. Ich hätte auch die Frontleuchten umgebaut denn da gibt es auch schon Umbausätze aber die sind wie schon von Osram geschrieben verboten, daher habe ich das gelassen, denn ich will ja keinen Ärger mit der grünen Rennleitung. =)

andreasm
Admin
# Gesendet: 14 Jun 2006 00:06 | Bearbeitet von: andreasm
Antwort 


Im Innenraum ist das weniger ein Problem, aber Scheinwerfer haben ja eine viel höhere Leistung (also auch mehr Abwärme). Und da ist auch direkt der Motor mit seiner hohen Abwärme.
Da muss man eben darauf achten, dass die Lampen über den gesamten Temperaturbereich gleich hell leuchten.

Es ist halt so, dass die Forward-Spannung (die Spannung bei der ein merklicher Stromfluss auftritt, z.B. ca. 0,9 Volt bei roten LEDs, ca. 3 Volt bei blauen und weißen LEDs) bei höheren Temperaturen niedriger wird.
Würde man den Vorwiderstand nicht entsprechend regeln, so wäre der Stromfluss dann höher.
Das hängt halt damit zusammen, dass die Diode eine sehr steile Kennlinie hat und der Stromfluss eigentlich fast nur vom Vorwiderstand abhängt.
Sinkt nun die Spannung an der Diode wegen der höheren Temperatur, so fällt mehr Spannung am Vorwiderstand ab (die Summe muss ja weiterhin die angelegte Betriebsspannung, z.B. 12 Volt ergeben).
Mehr Spannung am Vorwiderstand bedeutet widerrum auf Grund des ohmschen Gesetzes U = R * I , dass der Strom durch den Widerstand und damit auch durch die Diode größer wird.

Daher muss man LEDs auch grundsätzlich mit Vorwidstand betreiben, da LEDs nicht in der Lage sind, den Strom selbst zu regeln.


Als zweiter Punkt kommt auch noch dazu, dass LEDs nicht in jedem Temperaturbereich gleich hell leuchten (bei gleichem Strom).
So sind sie bei 100°C nur noch halb so hell wie bei 0°C.

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