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Forum von www.energie-bewusstsein.de / Ideensammlung / Gleichstrom statt Wechselstrom im Haus?
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Autor Mitteilung
Pizzamann88
Mitglied
# Gesendet: 22 Dez 2010 22:41 | Bearbeitet von: Pizzamann88
Antwort 


Habe den zweiten Test gemacht:

Als Glättungskondensator habe ich einen Elko mit 470uF und 400V verwendet.
Der Schalter der Dreifachsteckdose funktionierte tadellos.
Unter Last (40W-Glühbirne) sank die Spannung diesmal auf 115V DC ab. (Ich wollte unter Last den Eisenbahntrafo nicht weiter hochdrehen, um Überspannung am Elko beim Abschalten zu vermeiden).

Ich habe auch den Schalter langsam umgelegt. Es gab keine Probleme, ab einem bestimmten Punkt war der Schalter auf an.

Übrigens: Auch bei 230V DC gibts beim Kurzschluss einen lauten Knall

Nach den erfolgreichen Tests werde ich bald auch mal herkömmliche Netzteile testen.

MfG
Pizzamann88

Nachtrag:
Weitere Test mit einer 1W LED-Leuchte für E27-Fassungen, einer kaputten (das Vorschaltgerät ging zumindest noch teilweise) und einer funktionierenden 11W-Energiesparlampe an 230V DC funktionierten reibungslos.


Vielleicht zur gesamten Thematik noch passend:
http://www.youtube.com/watch?v=Nf2SK-79ecA

Pizzamann88
Mitglied
# Gesendet: 23 Dez 2010 00:36 | Bearbeitet von: Pizzamann88
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Habe noch einen Test durchgeführt, diesmal mit 325V DC, die Spitzenspannung, die beim Gleichrichten von 230V AC entsteht.

Ergebnis: Glühbirne, Energiesparlampe funktionieren; Schalter der Dreifach-Steckdose, die angeblich nur für Wechselstrom ist, funktioniert problemlos. Habe an der Glühlampe und an der Energiesparlampe auch das langsame Umlegen des Schalters probiert. Der Schalter schaltet wie vorher an einem Punkt ein. Von Funken keine Spur, jedenfalls nicht in größerem Ausmaß wie sie bei AC entstehen (und sich bei mir in den PC-Lautsprechern bemerkbar machen )

Gregor Frye
Mitglied
# Gesendet: 23 Dez 2010 06:50 | Bearbeitet von: Gregor Frye
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Also Pizzamann 88 ,
bitte um Entschuldigung für meine Aussage, aber ich denke Du bist erst zu frieden wenn Du verschmorte Kontakte siehst.

Einen Trafo verkehrt herum zu betreiben halte ich für sehr gefährlich !!

Die Sekundärseite bei einem Märklintrafo ist nicht für 220 Volt geeignet. Also Vorsicht es könnten Leute so was nach machen.

Trenntrafo vor der ganzen Angelegenheit natürlich gut, es muss dann aber wirklich ein zugelassener Trenntrafo 1:1 sein.

Also so ein Versuchsaufbau halte ich für eine Spielerei und höchst gefährlich.

Bei hohen Strömen würde ganz schnell der Kontakt verschmoren . Bei 40 Watt fließt nun mal nicht
viel Strom.
http://www.mikrocontroller.net/topic/176559

Wo bleibt bei Deinem Versuch die Energieeffizienz ?

Auch eine Brückenschaltung mit 8 Dioden, Du meinst wohl 2 Brückenschaltungen. Was ich mir vorstellen könnte eine Glühbirne leuchtet bei Gleichstrom besser.

Gruß Gregor und bitte um Nachsicht für den scharfen Ton, aber falscher Umgang mit Elektrizität kann tödlich sein.

andreasm
Admin
# Gesendet: 23 Dez 2010 09:51 | Bearbeitet von: andreasm
Antwort 


Pizzamann88:
Der Schalter der Dreifachsteckdose funktionierte tadellos.

Diese sind jedoch nicht zum Schalten von Gleichspannung ausgelegt! Da der Nulldurchgang bei Gleichspannung nicht vorhanden ist, können Lichtbogen beim Schalter unter Last weiterhin anstehen und die Kontakte verbrennen! Im schlimmsten Fall kann die ganze Leiste abbrennen. Also bitte nur die Sachen dafür verwenden, wie sie zugelassen sind. Nicht ohne Grund steht "nur für Wechselstrom" auf der Steckdosenleiste.

Ich habe auf Anhieb nicht den ganzen Versuchsaufbau verstanden. Eine Skizze wäre hier praktisch!

Pizzamann88:
Habe noch einen Test durchgeführt, diesmal mit 325V DC, die Spitzenspannung, die beim Gleichrichten von 230V AC entsteht.

Ohje, dies würde ich jedoch nicht tun. Ich würde höchstens 230V DC verwenden, da dies die gleiche thermische Leistung entwickelt, wie 230V AC. Mit 325V DC können die Geräte überlastet werden und evtl. abbrennen...

Pizzamann88
Mitglied
# Gesendet: 23 Dez 2010 13:19 | Bearbeitet von: Pizzamann88
Antwort 


Ok,
ich versuch den Versuchsaufbau mal zu skizzieren:


∘————+-----------------+———+-------------+—+-- -------------+——————+——————
230V~       | Märklin-Trafo |               | 2. Trafo   |     | Gleichrichter |    325V=     ⊥             
                  |                       |               |                |      |                     |                     |              
∘————+----------------+————+-----------+—+-- -------------+——————+——————
               Pri               Sec          2xSe c     2xPri                                         C1 (470uF)

Der Gleichrichter ist ein Brückengleichrichter, bei dem jeweils 2 Dioden parallel zueinander geschaltet sind.

Pizzamann88
Mitglied
# Gesendet: 3 Jul 2011 20:06 | Bearbeitet von: Pizzamann88
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Zwischenstand meiner Versuche:

Ich bin momentan wieder mit höheren Gleichspannungen am experimentieren,
jedoch ist das Ziel im Moment 110-120V DC statt 230V DC.

Ich arbeite immer noch mit niedrigen Leistungen (<40W), da ich keinen Trenntrafo für hohe Leistungen habe und auch keinen Generator habe, der mir einige hundert Watt bereitstellt.

@Gregor Frye
Bei hohen Strömen würde ganz schnell der Kontakt verschmoren . Bei 40 Watt fließt nun mal nicht
viel Strom.

Sollte ich wirklich anfangen ein paar hundert Watt Leistung mit 120V oder 230V Gleichstrom durch Leitungen zu jagen, werde ich mich auf jeden Fall dafür vorbereiten, dass eventuell auf der Gleichspannungsseite Schalter nicht mehr schalten. Vor dem Gleichrichter ist bei meinen Versuchen immer noch ein Schalter, den ich im Notfall auf Aus stellen kann.

Ich werd auch mal ein Bild von meinem Versuchsaufbau ins Internet stellen, sobald ich ne gute Seite für Bilder gefunden habe .


Gestern hab ich auf Youtube folgendes gefunden:
http://www.youtube.com/watch?v=wsR4TPQtkQc

Ich konnte gestern bei meinen Versuchen keine solchen Lichtbögen mit 120V DC und einer 40W und 60W Glühbirne erzeugen.
Ich hatte entweder Kontakt oder keinen Kontakt zwischen Stecker und Steckdose
und ab und zu dann mal einen wackeligen Kontakt, der allerdings nur in sehr kleinen Abständen auftrat.

Kann es sein, dass der Ersteller des obigen Videos mehr Leistung zur Verfügung hatte und dadurch die Lichtbögen entstanden?

MfG
Pizzamann88

andreasm
Admin
# Gesendet: 6 Jul 2011 20:48
Antwort 


Pizzamann88:
Kann es sein, dass der Ersteller des obigen Videos mehr Leistung zur Verfügung hatte und dadurch die Lichtbögen entstanden?

Gut möglich. Wie du weißt, ist der Widerstand einer Glühlampe sehr gering, wenn diese kalt und ausgeschaltet ist. Im Einschaltmoment fließt dann ein zig mal höherer Strom als während des Betriebes.
Der Strom wird dabei natürlich durch die Quelle begrenzt. Hat man einen große Transformator, steht ein sehr hoher Strom zur Verfügung. Hat man nur eine kleine Gleichrichterschaltung mit Kondensator, ist der Strom stärker begrenzt.

Pizzamann88
Mitglied
# Gesendet: 15 Mär 2013 15:48
Antwort 


Die Idee eines Gleichstromnetzes lässt mich auch nach über einem Jahr immer noch nicht los


Auch wenn die bisherige Verkabelungsinfrastruktur in den Häusern anscheinend nicht für 230V DC ausgelegt ist, frage ich mich, ob Steckdosenleisten, Schalter u.s.w. mit 110V-120V DC zurecht kommen würden.


Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik und im Computerbereich ist meine Vermutung, dass dort fast alle Netzteile Schaltnetzteile sind. Diese sollten sich meines Wissens und nach meiner bisherigen Erfahrung problemlos an Gleichstrom betreiben lassen. Und da viele Netzteile auch einen großen Spannungsbereich haben, sollte 115V DC statt 230V AC kein Problem darstellen.


Ich sehe immer noch gerade zusammen mit Photovoltaikanlagen und anderen Regenerativen Energiequellen den Vorteil, dass man bei einem Gleichspannungsnetz keinen Wechselrichter zum Einspeisen braucht und dass man z.B. über eine Batteriestation mit einfacherer Ladeelektronik die Energie zwischenspeichern kann. Auch hier würde der Wechselrichter entfallen. Eine dezentrale Stromversorgung würde bei Gleichstrom mit einfacherer Verschaltung realisiert werden als bei Wechselstrom, da bei Wechselstrom zusätzlich zur Spannung auch die Frequenz stimmen muss.


Für Großverbraucher wie Herd, Waschmaschine, Ofen, die zwingend 230V AC oder 400V AC benötigen, könnte man beide Stromsysteme im Haus verwenden:

Man könnte doch im Haus selbst (welches z.B. auch noch eine Photovoltaikanlage hat) die drei Phasen für alle Anschlüsse, die zu keinem der oben genannten Großverbraucher gehen, auf 115V DC gleichrichten und dann Computer, Fernseher oder andere Geräte, welche ein Schaltnetzteil besitzen, damit betreiben. Wenn man dann noch eine Akkustation für 115V DC hat, kann man die Energie für Stromausfälle zwischenspeichern oder sich bei viel Sonne unabhängig vom Stromnetz versorgen.


Ein nächster Schritt wäre die Installation einer fünften Leitung im Niederspannungsnetz, die +115V DC liefert. Damit meine ich +115V zum Neutralleiter, der als Minuspol verwendet wird. Alternativen wären die Benutzung der Leitung einer Phase, auf der dann neben der Phase auch noch der Gleichstrom transportiert wird. Ich habe gelesen, dass dies im Hochspannungsbereich bereits gemacht wird, allerdings weis ich nichts über den Aufwand.
Eine weitere Alternative wäre natürlich, eine der drei Phasen durch die +115V Leitung zu ersetzen, sodass jeder Haushalt nur noch zwei Phasen + 115V DC bekommt.


MfG
Pizzamann88

IloveBerlin
Mitglied
# Gesendet: 6 Dez 2013 14:20
Antwort 


DC ist zwar wesentlich verlustärmer als AC, aber muss jedes mal wechselgespannt werden, um hoch oder runter zu spannen, das hat Verluste zur Folge, die nur kompensiert werden, wenn man über extreme Strecken transportiert - Das findet ja ab und an mal statt (Brasilien, China). Bei unseren Kurzstreckentransporten (kürzer ca. 500 km) ist der AC-Verlust vernachlässigbar.

rolfwally
Mitglied
# Gesendet: 22 Feb 2014 08:41
Antwort 


Ich betreibe seit einigen Jahren ein 12 V DC Netz in einem Einfamilienhaus. Ich verfolge die Diskussionen auch immer mit großen Interesse, wenn gesagt wird, das man Unmengen am Kupfer benötigt, um dieses zu realisieren. Grundsätzlich stimmen die physikalischen Grundlagen natürlich. Was aber immer wieder vergessen wird, ist das z.B. LED Leuchten nur eine minimale Leistung benötigen. Unser Wohnzimmer wird zurzeit mit insgesamt 6 W LED gut ausgeleuchtet. Das sind 0,5 Amp, also eigentlich ein Witz, dazu kommen Handyladegeräte, Radio, WLan Router , Klingel, Telefon Teichpumpe etc...
Meine Anlage wird mit insgesamt 220 W Solarmodule gespeist. Laderegler und Akku. Von da geht es ins 12 V Hausnetz. Ich habe meine Anlage stetig erweitert, so das jetzt alle bewohnten Räume angeschlossen sind.
Die Anlage läuft problemlos. Ich habe 1,5 mm Kabel zu einer Ringleitung zusammengeschlossen. Wenn es sich anbot auch noch eine zusätzliche Leitung dazwischen gesetzt. ( vermaschtes Ringnetz).
So benötige ich keine großen Querschnitte, da jeder Verbraucher aus 2 Leitungen seine Leistung bezieht.
Die Spannung ist äußerst stabil. Nur wenn die Sonne auf die Module steigt, steigt natürlich die Spannung bis auf 14,5 V. Das macht aber bei den Verbrauchern keine Probleme.
12 V LED Leuchtmittel sind in der Anschaffung erheblich günstiger. So bekommt man gute LED Steifen für 2,30 € beim Chinamann. Das Vorschaltgerät/ Trafo welches das teuerste ist, kann einfach entfallen.
Unseren Stromverbrauch konnten wir in den letzten Jahren erheblich senken. Mit 2300 KWhr liegen wir in unserem 4 Personen Haushalt bei 50% des Bundesdurchschnitts. Das spart im Jahr rund 500€.

Mein Fazit: 12 V Hausnetz mit Photovoltaik betrieben ist gut machbar. Über die Kabelführung muss man sich allerdings Gedanken machen. Man kann mit kleinen Investionssummen beginnen, und stetig ausbauen. Spaß sollte man natürlich schon daran haben, und die "Arbeitsstunden" sollte man bei dem Hobby Stromerzeugung nicht rechnen.

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